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Blog8 January 2021White Label Advisory

10 vermeidbare Fehler beim Einkauf von Beratungsleistungen – und wie Sie sie umgehen

Beratungsleistungen gehören zu den schwierigsten Beschaffungskategorien überhaupt. Die Leistung ist immateriell, die Qualität schwer messbar, und der Markt ist intransparent. Gleichzeitig stehen Millionenbudgets auf dem Spiel. Wer hier die falschen Entscheidungen trifft, zahlt doppelt – einmal für die Beratungsleistung, und einmal für die Konsequenzen.

Diese zehn Fehler begegnen uns immer wieder, wenn Unternehmen Beratungsfirmen beauftragen. Sie sind vermeidbar – wenn man weiß, wo man hinschauen muss.

1. Der Scope wird erst nach dem Pitch definiert

Der häufigste und teuerste Fehler: Unternehmen laden Beratungsfirmen ein, bevor sie intern Einigkeit über Ziel, Umfang und Erfolgskriterien haben. Das Ergebnis sind unvergleichbare Angebote, endlose Nachverhandlungen und ein Scope, der sich während des Projekts unkontrolliert ausdehnt.

Was stattdessen funktioniert: Schreiben Sie vor dem RFP intern einen einseitigen "Problem Statement". Was ist die Ausgangssituation? Welches Ergebnis ist in welchem Zeitraum realistisch? Wer trifft intern die Entscheidungen? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, beginnt die Lieferantenkommunikation.

2. Die Entscheidung fällt auf Basis des Pitch-Decks

Hochglanz-Präsentationen sind das Kernhandwerk großer Beratungsfirmen. Wer ausschließlich auf Basis einer Pitch-Präsentation entscheidet, kauft in erster Linie Verkaufsgeschick – nicht Delivery-Kompetenz.

Die entscheidenden Fragen sind andere: Welche Berater werden tatsächlich eingesetzt? Können Referenzkunden direkt befragt werden? Gibt es vergleichbare Projekte in der gleichen Branche mit nachweisbaren Ergebnissen?

3. Markenname ersetzt Spezialisierungscheck

Die großen Namen der Branche – McKinsey, BCG, Deloitte – schaffen intern Legitimität. Aber bei spezifischen Fragestellungen, etwa Regulierungsthemen, Nischenindustrien oder operativen Transformationen, sind spezialisierte Boutique-Beratungen oft überlegen. Sie bringen tiefere Expertise, weniger Junior-Anteil im Projektteam und mehr persönliches Engagement der Partner.

Ein Markenname ist kein Qualitätsbeweis für Ihr konkretes Vorhaben.

4. Preis ist das dominante Bewertungskriterium

Gerade im öffentlichen Bereich, aber auch im privaten Einkauf, dominiert der Stundensatz die Entscheidung. Das ist verständlich – aber kurzsichtig. Eine Beratungsfirma, die 20 % günstiger ist, aber 40 % mehr Stunden benötigt oder ein schwächeres Ergebnis liefert, ist deutlich teurer.

Praxis-Empfehlung: Gewichten Sie im Bewertungsmodell Qualitätskriterien (Teamzusammensetzung, Methodik, Referenzprojekte) mit mindestens 50–60 % gegenüber dem Preis.

5. Das Team im Angebot ist nicht das Team im Projekt

Ein klassisches Muster: Im Pitch präsentiert der Senior-Partner, im Projekt arbeiten ausschließlich Berufseinsteiger. Vertraglich ist das oft nicht geregelt.

Bestehen Sie auf einer namentlichen Fixierung der Kernteammitglieder im Vertrag, inklusive einer Regelung für den Fall, dass diese ausgetauscht werden sollen. Verlangen Sie CVs der tatsächlich eingesetzten Berater vor Vertragsunterzeichnung.

6. Keine klaren Lieferobjekte vereinbart

"Strategische Begleitung", "Workshops und Sparring", "Projektmanagement-Unterstützung" – viele Beratungsverträge beschreiben Aktivitäten, aber keine Deliverables. Was genau wird geliefert? Bis wann? In welchem Format?

Ein Dienstvertrag ohne Deliverable-Definition ist eine Blankounterschrift. Formulieren Sie im Vertrag konkrete Arbeitsergebnisse (Analysen, Konzepte, Roadmaps), Abnahmemeilensteine und Review-Termine.

7. Internes Stakeholder-Management wird vernachlässigt

Beratungsprojekte scheitern selten an der Beratungsfirma – häufig an internen Widerständen, fehlenden Entscheidungsbefugnissen oder mangelnder Ressourcenbereitstellung auf Kundenseite. Der Einkauf von Beratungsleistungen ist immer auch ein internes Change-Projekt.

Holen Sie frühzeitig die relevanten Entscheider und Fachbereiche an Bord. Klären Sie intern: Wer hat Budgetverantwortung? Wer ist Projektsponsor? Wer muss Empfehlungen am Ende umsetzen?

8. Die Due Diligence beschränkt sich auf Referenzlisten

Referenzen, die die Beratungsfirma selbst benennt, sind per Definition selektiv. Suchen Sie ergänzend nach unabhängigen Einschätzungen: Sprechen Sie mit ehemaligen Kunden über eigene Netzwerke, prüfen Sie Glassdoor-Bewertungen der Firma (ein Indikator für interne Kultur), und fragen Sie nach dem Net Promoter Score oder ähnlichen Kundenfeedback-Metriken.

9. Vertragliche Regelungen zu IP und Vertraulichkeit fehlen

Wem gehören die Arbeitsergebnisse? Darf die Beratungsfirma Methoden und Erkenntnisse aus Ihrem Projekt für andere Kunden nutzen? Diese Fragen sind in vielen Beratungsverträgen unzureichend geregelt.

Bestehen Sie auf einer klaren IP-Klausel: Alle projektspezifisch entwickelten Inhalte gehen ins Eigentum des Auftraggebers über. Ergänzen Sie eine belastbare Vertraulichkeitsvereinbarung, die auch für Subunternehmer gilt.

10. Kein strukturiertes Projekt-Offboarding

Das Projekt endet, die Berater gehen – und das erarbeitete Wissen verschwindet mit ihnen. Viele Unternehmen versäumen es, systematisch sicherzustellen, dass Empfehlungen tatsächlich implementiert werden und das Projektwissen intern verankert bleibt.

Vereinbaren Sie vertraglich ein dediziertes Abschluss-Review, eine Dokumentationspflicht für alle Arbeitsergebnisse und einen klaren Übergabeprozess an die internen Verantwortlichen.

Fazit

Der Einkauf von Beratungsleistungen ist eine Disziplin, die strategisches Vorgehen erfordert – nicht nur administrative Beschaffungsroutine. Die meisten der oben genannten Fehler entstehen nicht aus Unwissenheit, sondern aus Zeitdruck und fehlenden Standards. Wer diese zehn Punkte konsequent adressiert, reduziert nicht nur das Risiko eines schlechten Projektergebnisses, sondern verbessert auch die Qualität der Beratungsfirmen, die er anzieht. Gute Berater arbeiten lieber mit gut vorbereiteten Kunden zusammen.

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